Social Media wird zunehmend auch ein Thema für städtische Verwaltungen. Am Social Media Gipfel vom 4. April in Zürich berichteten Martin Bunjes von der Stadt Luzern und Roman Kohler von der Stadt St. Gallen über ihre ersten Erfahrungen, die sie mit dem Einsatz von Dialogplattformen gemacht haben. Im folgenden Beitrag einige Punkte, die uns aufgefallen sind.

Ziele von Social Media

Die Stadt Luzern will mit dem Einsatz von Social Media ihren Informationsauftrag besser erfüllen. Konkret bedeutet dies, neue Zielgruppen, vor allem jüngere Bürgerinnen und Bürger, erschliessen und so die Reichweite der Kommunikation erhöhen. Darüber hinaus soll der mündliche Dialog in die digitale Öffentlichkeit erweitert werden.

Die Stadt St. Gallen will mit ihrem Engagement im Social Web mehr Transparenz schaffen, schneller und direkter kommunizieren, die Erreichbarkeit erhöhen sowie die Partizipation und den Dialog fördern.

Kontrolle über die Kommunikation

Bemerkenswert an den Ausführungen von Bunjes und Kohler war, dass beide Stadtverwaltungen offensichtlich versuchen, mit dem Einsatz von Social Media eine gewisse Kontrolle über die massenmedial hergestellte Öffentlichkeit zu gewinnen. Dies steht im Widerspruch zur oft gehörten Meinung, dass man mit Social Media die Kontrolle über die Kommunikation verliere.

So stellt die Stadt Luzern auf ihrer Facebook-Seite auch mal einen Sachverhalt richtig, der in den traditionellen Medien falsch dargestellt wurde. Und St. Gallen versucht auf ihrer eigenen Dialogplattform «MySG» Themen zu setzen, die keinen Eingang in die traditionellen Medien gefunden haben.

Ressourcen und Legitimation

Luzern rechnet zurzeit mit gut 20 Stellenprozent und St. Gallen mit knapp 30 Stellenprozent für die Pflege ihrer Dialogplattformen. In der Diskussion mit den Vertretern der beiden Städte wurde deutlich, dass für die Verwaltungen nicht ganz klar ist, wie weit sie ihren Informationsauftrag auf Social Media ausweiten sollen und dürfen. Am Ende des Tages bezahlen die Bürgerinnen und Bürger mit ihren Steuern die Ressourcen, die für die Kommunikation aufgewandt werden. Gerade in der halbdirekten Demokratie, wo die Stimmbürger regelmässig ihre Meinung kundtun können, ist es unklar, ob der Informationsauftrag auch als Dialogauftrag gedeutet werden darf. Eine interessante Frage, mit der sich die eine oder andere Verwaltung sicherlich noch auseinandersetzen muss.

Mehrwert bieten

Legitimieren lässt sich gemäss den beiden Städtevertretern das Engagement auf Social Media, indem man den Bürgerinnen und Bürgern einen Mehrwert bietet. Im Fall der Stadt Luzern bedeutet dies, dass auf Social Media mehr als bloss Medienmitteilungen verbreitet werden. So werden auf den von Luzern betrieben Plattformen beispielswiese Zeitungsartikel über Luzern verlinkt, auf Quartieranlässe hingewiesen, Wettkampfresultate kommuniziert oder offene Stellen ausgeschrieben.

St. Gallen will den Bürgerinnen und Bürger über ihre Dialogplattform künftig einem Mehrwert bieten, indem sie diese schon früher in politische Prozesse, insbesondere in Grossprojekte, mit einbezieht. Oft könne die Verwaltung, so Kohler, vor einer Abstimmung über ein Grossprojekt nur noch reagieren und verteidigen. Mit mehr Partizipation und Dialog verspricht sich die Verwaltung deshalb ein besseres Management der unterschiedlichen Erwartungshaltungen aller Bürgerinnen und Bürger.

Weiterführend auf eDemokratie.ch

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One Response to Schweizer Städte im Dialog

  1. Wunderbar, alles muß bunter werden, das Blog, die Städte und Dörfer in der Schweiz. Auch wir Deutschen arbeiten daran.

    http://rundertischdgf.wordpress.com/

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