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	<description>Politik im Netz. Politik mit dem Netz. Politik übers Netz.</description>
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		<title>Konstruktive Politik in der Netzwerkgesellschaft</title>
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		<pubDate>Sat, 04 May 2013 10:19:30 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Christian Michael Schenkel</dc:creator>
				<category><![CDATA[Politik mit dem Netz]]></category>
		<category><![CDATA[Liquid Democracy]]></category>
		<category><![CDATA[Marina Weisband]]></category>
		<category><![CDATA[Netzwerkgesellschaft]]></category>
		<category><![CDATA[Piratenpartei]]></category>

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		<description><![CDATA[<p>«Wir nennen es Politik. Ideen für eine zeitgemässe Demokratie» heisst das Buch, welches Marina Weisband heuer beim Tropen-Verlag publiziert hat. Die Autorin war von Mai 2011 bis April 2012 politische Geschäftsführerin und Mitglied des Bundesvorstands der Piratenpartei Deutschland. In ihrem Buch dokumentiert Weisband, wie sie in Deutschland aus dem Nichts ins Zentrum der politischen Macht [...]]]></description>
				<content:encoded><![CDATA[<p><b><a href="http://edemokratie.ch/files/2013/05/wir-nenen-es-politik.jpg"><img class="alignleft size-medium wp-image-1046" alt="Marina Weisband: Wir nennen es Politik" src="http://edemokratie.ch/files/2013/05/wir-nenen-es-politik-173x300.jpg" width="173" height="300" /></a>«Wir nennen es Politik. Ideen für eine zeitgemässe Demokratie» heisst das Buch, welches <a title="Marina Weisband" href="http://de.wikipedia.org/wiki/Marina_Weisband" target="_blank">Marina Weisband</a> heuer beim Tropen-Verlag publiziert hat. Die Autorin war von Mai 2011 bis April 2012 politische Geschäftsführerin und Mitglied des Bundesvorstands der Piratenpartei Deutschland. In ihrem Buch dokumentiert Weisband, wie sie in Deutschland aus dem Nichts ins Zentrum der politischen Macht katapultiert wurde und sich dabei für ihr Ideal einer besseren Demokratie unter der Bedingung des neuen Leitmediums Internet engagiert hat.</b></p>
<p>Wer sich bereits eingehender mit demokratietheoretischen Fragen beschäftigt hat, wird ob der Lektüre von Weisbands Buch eher enttäuscht sein. Wirklich neue Einsichten liefern die Einlassungen der Autorin nicht. Ideen für eine zeitgemässe Demokratie gibt es viele. Spannender ist vielmehr die Frage nach den Prozessen, die in Gang kommen müssen, damit eine Weiterentwicklung der Demokratie überhaupt möglich wird. Liest man das Buch vor dem Hintergrund dieser Fragestellung, liefert es doch einige spannende Hinweise dafür, was eine solche Entwicklung antreiben könnte. Denn im vorliegenden Buch spricht eine junge Frau, die unter den Bedingungen des Leitmediums Internet sozialisiert und politisiert wurde. Deshalb sollen im Folgenden diese Aspekte herausgestellt werden.</p>
<h2>Feedback! Feedback?</h2>
<p>Schon in der Einleitung stellt Weisband fest, dass sich in Deutschland die Bürger in letzter Zeit «sehr nach mehr Mitbestimmung» sehnen würden. Nicht zuletzt deshalb habe man den Begriff «Wutbürger» erfunden. Ist so. Doch stellt sich der Leser die Frage, ob Mitsprache und Mitbestimmung wirklich ein Bedürfnis einer breiteren Bevölkerungsschicht ist. Die Autorin versucht diesen Einwand mit der Feststellung zu entkräften, dass das politische System nicht mehr der Zeit und den Umständen entspräche. Was hat sich denn so nachhaltig verändert, ist man zu fragen geneigt. Die Autorin verweist diesbezüglich auf das Internet, welches nicht nur die Kommunikation und die Zusammenarbeit in der Gesellschaft, sondern auch die Art und Weise des Denkens jedes Einzelnen verändere. Diese Behauptung untermauert sie an ihrem eigenen Erfahrungshorizont: «Das Internet hat mich als Jugendliche von der Illusion befreit, es gäbe nur eine Wahrheit. Ich bin also auch damit aufgewachsen zu hinterfragen.» Und sie ergänzt: «Warum kann ich das [Fragen und Kommentieren; Anm. CMS] in Foren und auf Nachrichtenseiten tun, aber nicht in der Politik?» Der Mangel an Feedback-Möglichkeiten, so Weisband, sei der eigentliche Grund, weshalb das politische System nicht mehr zum Denken ihrer Generation passe. Der geneigte Leser jedoch bleibt skeptisch, ob sich diese Feststellung so verallgemeinern lässt. Die Autorin sucht diese Kritik gegen Ende des Buches zu entkräften.</p>
<h2>Flüssiges Feedback</h2>
<p>Doch vorher beleuchtet Weisband das politische System mal aus theoretischer, mal aus praktischer Perspektive. Ausgangspunkt dabei ist wiederum eine Veränderung in den Gedankenstrukturen des Menschen. Und zwar in der Gedankenstruktur jener Menschen, die politische Macht und Verantwortung übertragen bekommen. Mit ihrer Wahl übernehmen sie die Rolle des Politikers – mit all den hohen Ansprüchen an Glaubwürdigkeit und Vertrauen. Gleichzeitig bleiben Politiker aber auch Menschen mit persönlichen Beziehungen, Bedürfnissen und Schwächen. Um die Demokratie weiterzuentwickeln, reicht es nach Weisband nicht aus, bloss immer wieder nach besseren Politikern zu suchen. Stattessen, so schreibt sie, sollen die Menschen nach Wegen suchen, bessere Politik zu machen. Dieser Weg führt gemäss der Autorin vorbei an Spielregeln, Prozessen und mehr Transparenz. Wobei letztere zwei Aspekte unter den Bedingungen des Internets durchaus neu gedacht werden können.</p>
<p>Ein politisches System auf der Höhe unserer Zeit erfordert einen «ständigen politischen Diskurs» sowie «die Möglichkeit jederzeit und demokratisch legitimierte Entscheidungen» zu treffen. So sähe gemäss der Autorin eine «zeitgemässe Demokratie» oder eben auch eine «flüssige Demokratie» aus. Sie beruht auf dem Internet und dem Web 2.0. Diese Infrastruktur erlaubt neue Formen der Kommunikation und der Zusammenarbeit sowie des Netzwerkens: «[…] die Netzwerke der der liquiden Demokratie sind durch den Mechanismus der freien Stimmgewichtsübertragung [<a title="Delegated Voting" href="http://de.wikipedia.org/wiki/Delegated_Voting" target="_blank">Delegated Voting</a>, Anm. CMS] relativ neutral und flexibel, während die Netzwerke der klassischen Politik, wo es viel auf persönliche Kontakte und wirtschaftlichen Einfluss ankommt, weniger neutral und starrer sind.» Die Deutungshoheit und Deutungsmacht über Herausforderungen und Probleme in der Gesellschaft verschiebt sich in der flüssigen Demokratie von der politischen Elite zum vernetzten Bürger, der jederzeit Fragen und Kommentieren kann. Eine solche Entwicklung führt freilich zu mehr Offenheit und Transparenz.</p>
<p>Über den moralischen Anspruch an das politische System und Handeln hinaus sieht Weisband in der Forderung nach mehr Transparenz drei praktische Aspekte. Erstens hilft Transparenz, Fehler zu entdecken und schneller zu beheben. Zweitens verhindert sie Korruption und verdeckte Einflussnahme. Schliesslich ermöglicht und fördert sie die Beteiligung an politischen Prozessen.</p>
<h2>Feedback-Kultur</h2>
<p>Kommen wir auf die Frage zurück, wie weit sich die Behauptung, in der Netzwerkgesellschaft steige das Bedürfnis nach politischer Mitsprache und Mitbestimmung, verallgemeinern lässt. Weisband verweist in diesem Zusammenhang auf zwei Aspekte. Einerseits auf die mangelnde Feedback-Kultur in der Gesellschaft und andererseits auf eine notwendige Reform der politischen Bildung.</p>
<p>In der flüssigen Demokratie sollten offene Politiker authentisch, aufklärerisch und ansprechbar sein. Dies bedingt aber eine reife Feebdack-Kultur in der Gesellschaft. Die Wirklichkeit indes sieht so aus, dass mit Politikern in der Öffentlichkeit ziemlich feindselig umgegangen wird. Und Politiker selbst öffnen sich kaum, weil sie Angst haben, einen Fehler zu begehen und unter Kritik zu geraten. Deshalb befinde man sich in einem Teufelskreis, den man gleichzeitig an zwei Stellen durchbrechen müsse: «Einerseits müssen politisch aktive Personen offener werden. Andererseits müssen aber auch wir, die nicht Gewählten, offener und toleranter werden. Konstruktiver.»</p>
<p>Diese Aussage scheint mir zentral. Denn auf der Schwelle von der Informationsgesellschaft zur Netzwerkgesellschaft geht es darum, wie wir mit der Unterstützung der neuen Informations- und Kommunikationstechnologien einen <a title="Gemeinsinn" href="http://edemokratie.ch/gemeinsinn/" target="_blank">Gemeinsinn</a> und eine <a title="konstruktive Politik" href="http://edemokratie.ch/moralische-verpflichtung-politik/" target="_blank">konstruktive Politik</a> entwickeln und damit die Demokratie weiterentwickeln können. Die omnipräsente Rede vom drohenden <a title="Shitstorm" href="http://de.wikipedia.org/wiki/Shitstorm" target="_blank">Shitstorm</a> im Internet scheint dieser Sache nicht zuträglich zu sein. Denn nicht wer am <a title="Lautsprecher" href="http://edemokratie.ch/moralische-verpflichtung-politik/" target="_blank">lautesten</a> schreit, sondern wer in einem offenen Prozess nach tragfähigen Lösungen sucht, trägt zu einer Politik bei, die «alle Menschen glücklicher werden lässt» (Weisband).</p>
<p>«Wir nennen es Politik» ist das Zeugnis einer jungen Politikerin, die unvoreingenommen über die Bedingungen der Möglichkeit einer konstruktiven Politik im digitalen Zeitalter nachdenkt. Deshalb doch: lesenswert!</p>
<h2>Weiterführend</h2>
<ul>
<li><a href="http://corporate-dialog.ch/2013/05/07/republica-13-gunter-duecks-aufruf-zum-metakulturellen-diskurs/" target="_blank">Re:publica 13 – Gunter Duecks Aufruf zum metakulturellen Diskurs</a> corporate-dialog.ch vom 07.05.2013</li>
<li><a href="http://dasmagazin.ch/dasMagazin/viewer.html?contentId=dasMagazin.2013.18.e5#article=8" target="_blank">Verängstigte Politiker</a> dasmagazin.ch vom 04.05.2013</li>
<li><a href="http://edemokratie.ch/liquid-democracy/" target="_blank">Was ist flüssige Demokratie?</a> eDemokratie.ch</li>
</ul>
<h2>Bildquelle</h2>
<ul>
<li><a href="http://www.klett-cotta.de" target="_blank">www.klett-cotta.de</a></li>
</ul>
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		<title>E-Partizipation: Zürich lanciert Kollaborationsplattform</title>
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		<pubDate>Thu, 18 Apr 2013 14:41:01 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Christian Michael Schenkel</dc:creator>
				<category><![CDATA[Politik im Netz]]></category>
		<category><![CDATA[E-Partizipation]]></category>
		<category><![CDATA[Zürich]]></category>

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		<description><![CDATA[<p>Das Social Web verändert nicht nur die Kommunikation zwischen Bürger und Behörden, sondern fördert auch neue Formen der freiwilligen Zusammenarbeit. In Grossbritannien und den USA beispielsweise können die Bürger über Plattformen wie «FixMyStreet» oder «SeeClickFix» zur Instandhaltung der öffentlichen Infrastruktur beitragen, indem sie Mängel und Schäden melden. Unter dem Titel «Züri wie neu» führt die [...]]]></description>
				<content:encoded><![CDATA[<p><strong>Das Social Web verändert nicht nur die Kommunikation zwischen Bürger und Behörden, sondern fördert auch neue Formen der freiwilligen Zusammenarbeit. In Grossbritannien und den USA beispielsweise können die Bürger über Plattformen wie <a title="FixMyStreet" href="http://www.fixmystreet.com/" target="_blank">«FixMyStreet»</a> oder <a title="SeeClickFix" href="http://www.seeclickfix.com/" target="_blank">«SeeClickFix»</a> zur Instandhaltung der öffentlichen Infrastruktur beitragen, indem sie Mängel und Schäden melden. Unter dem Titel <a title="Züri wie neu" href="https://www.zueriwieneu.ch/" target="_blank">«Züri wie neu»</a> führt die Limmatstadt zurzeit ein ähnliches Pilotprojekt durch.</strong></p>
<p>Mit unserem Beitrag <a title="ch.ch als Interaktionsplattform" href="http://edemokratie.ch/ch-ch-interaktionsplattform/" target="_blank">«ch.ch als Interaktionsplattform»</a> haben wir darauf hingewiesen, dass das Thema E-Partizipation in der Schweiz bisher noch wenig Beachtung findet. Bei E-Partizipation geht es nicht nur darum, dass Behörden auch auf Facebook und Twitter präsent sind und mit den Bürgern den Dialog pflegen. E-Partizipation geht viel weiter, indem mit dem Social Web die kollektive Intelligenz und die Bereitschaft für die freiwillige Zusammenarbeit in der Gemeinschaft genutzt wird, um einerseits die Qualität und Effizienz der demokratischen Meinungsbildung und andererseits die Fürsorge für öffentliche Güter zu fördern.</p>
<p><a href="http://edemokratie.ch/files/2013/04/zeurich-wie-neu.png"><img class="alignleft size-large wp-image-978" title="Züri wie neu" alt="Züri wie neu" src="http://edemokratie.ch/files/2013/04/zeurich-wie-neu-1024x914.png" width="595" height="531" /></a></p>
<p>Die Stadt Zürich hat im April unter dem Titel <a title="Züri wie neu" href="https://www.zueriwieneu.ch/" target="_blank">«Züri wie neu»</a> eine Website und ein Smartphone-App lanciert, mit denen Bürger Mängel und Schäden an der Infrastruktur von Zürich melden können. Gemäss der Website werden die Meldungen innerhalb von einem Arbeitstag den zuständigen Fachstellen zugewiesen und innert fünf Arbeitstagen abschliessend beantwortet. Bewährt sich das Instrument in der einjährigen Pilotphase, soll es definitiv eingeführt werden. Entwickelt wurde «Züri wie neu» von <a title="mySociety" href="http://www.mysociety.org/" target="_blank">«mySociety»</a>.</p>
<h2>Weiterführend</h2>
<ul>
<li><a href="http://www.tagesanzeiger.ch/zuerich/stadt/Jemand-hat-die-Baeume-des-Paradeplatzes-entwendet/story/27312846" target="_blank">«Jemand hat die Bäume des Paradeplatzes entwendet»</a> tagesanzeiger.ch vom 23.04.2013</li>
<li><a href="http://www.persoenlich.com/news/marketing/menschen-haben-berall-die-gleichen-hauptprobleme-schlagl-cher-und-abfall-306063" target="_blank">&#8220;Menschen haben überall die gleichen Hauptprobleme: Schlaglöcher und Abfall.&#8221;</a> persoenlich.com vom 25.04.2013</li>
</ul>
<h2>Bildquelle</h2>
<ul>
<li><a href="http://www.zueriwieneu.ch" target="_blank">www.zueriwieneu.ch</a></li>
</ul>
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		<title>Aus dem Archiv: Social Software in der politischen Kommunikation</title>
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		<pubDate>Tue, 16 Apr 2013 10:58:43 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Christian Michael Schenkel</dc:creator>
				<category><![CDATA[Politik im Netz]]></category>
		<category><![CDATA[Politische Kommunikation]]></category>
		<category><![CDATA[Weblogs]]></category>

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		<description><![CDATA[<p>Beim Stöbern im Archiv bin ich auf einen längst vergessenen Artikel von mir gestossen. Im Jahr 2006 verfasst, spiegelt er das Aufkommen von «Social Software» (nicht Social Media!) in der politischen Kommunikation. Ein interessantes Zeitdokument in unserer kurzlebigen Onlinewelt. Viel Spass bei der Lektüre.</p> Bloggen in der Politik &#8211; Über die Chancen und Risiken von [...]]]></description>
				<content:encoded><![CDATA[<p>Beim Stöbern im Archiv bin ich auf einen längst vergessenen Artikel von mir gestossen. Im Jahr 2006 verfasst, spiegelt er das Aufkommen von «Social Software» (nicht Social Media!) in der politischen Kommunikation. Ein interessantes Zeitdokument in unserer kurzlebigen Onlinewelt. Viel Spass bei der Lektüre.</p>
<ul>
<li><a href="http://edemokratie.ch/files/2013/04/Social_Software_in_der_politischen_Kommunikation_060409.pdf">Bloggen in der Politik &#8211; Über die Chancen und Risiken von Social Software in der politischen Kommunikation</a> (PDF)</li>
</ul>
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		<title>After-Work-Event in Bern: E-Demokratie – Bürgerbeteiligung im Netz</title>
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		<pubDate>Thu, 14 Mar 2013 15:56:03 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Christian Michael Schenkel</dc:creator>
				<category><![CDATA[Politik im Netz]]></category>
		<category><![CDATA[After-Work-Event]]></category>
		<category><![CDATA[Bern]]></category>
		<category><![CDATA[Bürgerbeteiligung]]></category>
		<category><![CDATA[E-Demokratie]]></category>

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		<description><![CDATA[<p>Am 9. April 2013 findet in der Reihe «Erfolgreich in der Netzwerkgesellschaft» der siebte After-Work-Event in Bern unter dem Titel «E-Demokratie – Bürgerbeteiligung im Netz» statt.</p> <p>Das Social Web führt nicht nur in der Wirtschaft, sondern auch in der Politik zunehmend zu einer Machtverschiebung weg von den Anbietern hin zu den Nachfragern. Es erlaubt neue [...]]]></description>
				<content:encoded><![CDATA[<p><img class="size-full wp-image-994 alignleft" alt="Erfolg in der Netzwerkgesellschaft" src="http://edemokratie.ch/files/2013/03/netzwerkgesellschaft.jpg" width="180" height="180" /><strong>Am 9. April 2013 findet in der Reihe «Erfolgreich in der Netzwerkgesellschaft» der siebte After-Work-Event in Bern unter dem Titel «E-Demokratie – Bürgerbeteiligung im Netz» statt.</strong></p>
<p>Das Social Web führt nicht nur in der Wirtschaft, sondern auch in der Politik zunehmend zu einer Machtverschiebung weg von den Anbietern hin zu den Nachfragern. Es erlaubt neue Formen des politischen Engagements: Weltweit und lokal vernetzen sich im Social Web Bürgerinnen und Bürger, um ihre Interessen, Hoffnungen und Ängste auszudrücken.</p>
<p>In einem starken Kontrast zu diesen Entwicklungen stehen Schlagworte wie «Politikverdrossenheit» und «Demokratiemüdigkeit». Der Politikwissenschaftler Colin Crouch behauptet in diesem Zusammenhang die These der «Postdemokratie». Ihm gemäss spielt die Masse der Bürger nur noch eine passive Rolle. Politik wird bloss noch von PR-Experten sowie Marketingfachleuten in der massenmedial vermittelten Öffentlichkeit inszeniert.</p>
<p>Wohin also entwickeln sich Demokratien in der Netzwerkgesellschaft? Erste Konzepte wie das der flüssigen oder der vernetzten Demokratie zeigen auf, wohin die Reise gehen könnte.</p>
<p>Christian Schenkel, Inhaber der commonsense GmbH und Blogger auf <a href="http://www.edemokratie.ch" target="_blank">www.edemokratie.ch</a>, stellt in seinem Inputreferat die neuen Partizipationsformen und Demokratiemodelle der Netzwerkgesellschaft vor. Für die anschliessende Diskussion stellt sich die Frage: Braucht die Schweiz neue Formen der Bürgerbeteiligung im Netz?</p>
<h2>Zielgruppe</h2>
<p>Interessierte aus Profit- und Non-Profit-Organisationen, die sich den Themen Social Media, Enterprise 2.0 und Netzwerkgesellschaft annähern, sie vertiefen und mit anderen Interessierten austauschen wollen.</p>
<h2>Veranstalter</h2>
<ul>
<li><a href="http://tirsus.com/" target="_blank">Tirsus GmbH</a>, Olten – Ganzheitliche Begleitung bei der Einführung von Enterprise 2.0</li>
<li><a href="http://commonsense.ch/" target="_blank">commonsense GmbH</a>, Bern – Arbeit an der digitalen Öffentlichkeit</li>
</ul>
<h2>Anmeldung</h2>
<p>Mehr Informationen und Anmeldungsmöglichkeit finden Sie unter: <a href="http://tirsus.com/after-work" target="_blank">www.tirsus.com/after-work</a></p>
<h2>Weiterführend</h2>
<ul>
<li><a href="https://www.facebook.com/netzwerkgesellschaft" target="_blank">www.facebook.com/netzwerkgesellschaft</a></li>
</ul>
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		</item>
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		<title>Internet Briefing zum Thema «E-Government»</title>
		<link>http://edemokratie.ch/internet-briefing-e-government/</link>
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		<pubDate>Thu, 07 Feb 2013 14:34:38 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Christian Michael Schenkel</dc:creator>
				<category><![CDATA[Politik im Netz]]></category>
		<category><![CDATA[Andreas Spichiger]]></category>
		<category><![CDATA[Benno Häfliger]]></category>
		<category><![CDATA[E-Government]]></category>
		<category><![CDATA[Internet Briefing]]></category>

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		<description><![CDATA[<p>Kennen Sie die Sagrada Familia? Ich habe sie bis zum letzten Internet Briefing in Bern zum Thema «E-Government» nicht gekannt. Anschlussfrage: Was haben diese römisch-katholische Basilika in Barcelona und E-Government in der Schweiz gemein? Richtig! Beides sind offene Baustellen, deren Ende nicht absehbar ist. </p> <p>Mit diesem Vergleich stieg Benno Häfliger, Director Public Service bei [...]]]></description>
				<content:encoded><![CDATA[<p><strong><img class="alignleft  wp-image-938" title="E-Government" alt="" src="http://edemokratie.ch/files/2013/02/e-government-300x225.jpg" width="259" height="194" />Kennen Sie die <a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Sagrada_Fam%C3%ADlia" target="_blank">Sagrada Familia</a>? Ich habe sie bis zum letzten <a href="http://internet-briefing.ch/" target="_blank">Internet Briefing</a> in Bern zum Thema «E-Government» nicht gekannt. Anschlussfrage: Was haben diese römisch-katholische Basilika in Barcelona und E-Government in der Schweiz gemein? Richtig! Beides sind offene Baustellen, deren Ende nicht absehbar ist. </strong></p>
<p>Mit diesem Vergleich stieg Benno Häfliger, Director Public Service bei <a href="http://www.netcetera.com/" target="_blank">Netcetera</a>, am Internet Briefing ins Thema E-Government ein. Zusammen mit dem zweiten Referenten Andreas Spichiger, <a href="http://www.wirtschaft.bfh.ch" target="_blank">Berner Fachhochschule für Wirtschaft und Verwaltung</a>, machte er eine Standortbestimmung in Sache E-Government und gab einen Ausblick auf die anstehenden Herausforderungen. Gleich vorab: Die zwei Referenten konnten viele Vorurteile gegenüber E-Government («kostet viel und bringt nix») ausräumen bzw. die Komplexität der ganzen Angelegenheit darlegen. In der Diskussion mit den anwesenden Vertretern aus Politik, Wirtschaft und Verwaltung gewann der geneigte Besucher des Internet Briefings zudem den Eindruck, dass es tief in den Mühlen der Verwaltungen und unterhalb des Radars der parteipolitisch motivierten Alltagspolitik innovative und motivierte Kräfte gibt, die langsam, aber stetig das Thema E-Government in der Schweiz vorantreiben.</p>
<h2>Auf dem Weg zur vernetzten Verwaltung</h2>
<p>Andreas Spichiger illustrierte die Komplexität des Themas eindrucksvoll anhand einiger Zahlen. Damit E-Government wirksam werden kann, müssen in der Schweiz 4000 Behörden so vernetzt werden, dass sie rund 780‘000 Unternehmen und gut 9 Millionen Menschen im Internet nützliche Dienste und eine einfache Kommunikation anbieten können. Das bedeutet insbesondere einen behördenübergreifenden Zugang zu Dienstleistungen und Transaktionsmöglichkeiten sowie eine behördenübergreifende Verwaltung und Verteilung von Daten. Denn die Kunden, Unternehmen sowie Bürgerinnen und Bürger, wünschen sich möglichst wenige Anlaufstellen, um ihre Geschäfte mit der Verwaltung abzuwickeln. Bei einem Umzug innerhalb der Schweiz beispielsweise muss sich der Bürger bei der aktuellen Wohngemeinde abmelden und bei der neuen Gemeinde anmelden – also zwei Behördengänge. Erstrebenswert wäre, dass solch administrative Aufgaben mit einer Servicedienstleistung übers Internet erledigt werden könnten.</p>
<p>Benno Häfliger sieht auf dem Weg dahin zwei grosse Trends. Einerseits die vernetzte Verwaltung, wie sie das eCH-White Paper <a href="http://www.ech.ch/vechweb/page?p=dossier&amp;documentNumber=eCH-0126&amp;documentVersion=1.00" target="_blank">«Vernetzte Verwaltung – Organisationskonzept für ein föderales E-Government Schweiz»</a> skizziert hat. Das Papier zeigt auf, wie die Serviceorientierung und Produktivität der Verwaltung durch die verwaltungsübergreifende Vernetzung von Leistungen, Prozessen sowie von Vertrieb- und Produktionsinfrastrukturen erreicht werden kann. Andererseits spricht er sich für eine Cloud im Internet aus, die den Bürgern als eine Art digitaler Save eine Möglichkeit bietet, um Dokumente und Daten sicher zu speichern. Eine grosse Herausforderung auf dem Weg dahin ist, Unternehmen und Bürgern in der digitalen Öffentlichkeit eine eindeutige Identität zu geben bzw. die Identifizierbarkeit so zu ermöglichen, dass ein reibungsloser und sicherer Verkehr mit den Behörden gewährleistet werden kann.</p>
<h2>Kritische Betrachtungen</h2>
<p>E-Government bedeutet, dass Unternehmen und Bürger immer mehr in administrative Prozesse miteinbezogen werden. Dies heisst aber auch, dass ein Teil dieser Aufgaben an die Kunden externalisiert werden. Dies kennen wir im privatwirtschaftlich organisierten Dienstleistungssektor schon länger (zum Beispiel das Erfassen von Zahlungen via E-Banking). Kritisch beurteilt wird zudem die Frage, ob Verwaltungen überhaupt ein Interesse haben, effizienter zu arbeiten. Auch sie sind am Ende des Tages bloss Budgetoptimierer. Diesbezüglich vertrete ich ganz klar die Meinung, dass das Thema E-Government eben nicht nur die E-Administration, sondern auch das Thema E-Partizipation umfasst. Das heisst, Bürger sollten mehr über die Budgets der Verwaltung sowie die Art und Weise, wie sie mit ihr Verkehren wollen, mitbestimmen können. So entsteht einerseits Druck auf die Behörden, nach effizienten und innovativen Lösungen zu suchen, und andererseits sind die Behörden selbst näher an den Bedürfnissen ihrer Kunden.</p>
<h2>Weiterführend</h2>
<ul>
<li><a href="http://blog.internet-briefing.ch/2013/02/09/rueckblick-egovernment-herausforderungen-fuer-staat-buerger-und-unternehmen/" target="_blank">Rückblick: eGovernment Herausforderungen für Staat, Bürger und Unternehmen</a> Blog Internet Briefing</li>
</ul>
<h2>Bildquelle</h2>
<ul>
<li><a href="http://www.istockphoto.com/" target="_blank">http://www.istockphoto.com</a> volk65</li>
</ul>
]]></content:encoded>
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		</item>
		<item>
		<title>«ch.ch» als nationale Interaktionsplattform</title>
		<link>http://edemokratie.ch/ch-ch-interaktionsplattform/</link>
		<comments>http://edemokratie.ch/ch-ch-interaktionsplattform/#comments</comments>
		<pubDate>Fri, 18 Jan 2013 12:27:22 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Christian Michael Schenkel</dc:creator>
				<category><![CDATA[Politik mit dem Netz]]></category>
		<category><![CDATA[ch.ch]]></category>
		<category><![CDATA[E-Demokratie]]></category>
		<category><![CDATA[E-Government]]></category>
		<category><![CDATA[E-Partizipation]]></category>

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		<description><![CDATA[<p>Mitte Januar durfte ich im Rahmen eines Strategieworkshops zur Zukunft des Portals «ch.ch» ein Inputreferat halten. Meine These: Die nationale Einstiegsseite der Schweiz soll sich von einem reinen Informationsportal zu einem Interaktionsportal wandeln. Unbestritten war meine These nicht und gab Anlass zu Diskussionen. Was ist Ihre Meinung dazu?</p> <p>Das Portal ch.ch ist ein einzigartiges Projekt [...]]]></description>
				<content:encoded><![CDATA[<p><strong>Mitte Januar durfte ich im Rahmen eines Strategieworkshops zur Zukunft des Portals «ch.ch» ein Inputreferat halten. Meine These: Die nationale Einstiegsseite der Schweiz soll sich von einem reinen Informationsportal zu einem Interaktionsportal wandeln. Unbestritten war meine These nicht und gab Anlass zu Diskussionen. Was ist Ihre Meinung dazu?</strong></p>
<p>Das Portal <a href="http://www.ch.ch/" target="_blank">ch.ch</a> ist ein einzigartiges Projekt von Bund und Kantonen. Es versteht sich als die «elektronische Visitenkarte der offiziellen Schweiz» und als «zentraler Eingang zu den Online-Informationen von Bund, Kantonen und Gemeinden». Mitte Januar diskutierten E-Government- und Kommunikationsfachleute der Gemeinden, Kantone und Bundesverwaltung in einem Workshop über strategische Stossrichtungen für das Portal ch.ch. In diesem Rahmen durfte ich ein Inputreferat halten, das zu kontroversen Diskussionen Anlass gab.</p>
<h2>Interaktionsplattform für die Schweiz</h2>
<p>Das Social Web als neue Basisinnovation wird Wirtschaft, Politik und Gesellschaft nachhaltig verändern. Es verändert nicht nur die Art und Weise, wie wir miteinander kommunizieren und zusammenarbeiten. Es führt auch zu mehr Offenheit und Transparenz. Ist vor diesem Hintergrund ein reines Informationsangebot von Bund und Kantonen in der digitalen Öffentlichkeit noch zeitgemäss? Ich denke nicht. Deshalb müsste sich ch.ch nach meinem Dafürhalten von einem Informations- zu einem Interaktionsportal wandeln. Ein Art Portal, das Bund, Kantonen und Gemeinden <a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Software_as_a_Service" target="_blank">«Software as a Service»</a> anbietet, um Interkationen (Dialoge und freiwillige Kooperationsformen) zwischen Bürger und Staat zu ermöglichen. Doch wie könnte eine solche Interaktionsplattform aussehen? Ich vergleiche sie gerne mit einem Haus (siehe Grafik).</p>
<p style="text-align: center;"><a href="http://edemokratie.ch/files/2013/01/Infrastrukturplattform.png"><img class="aligncenter  wp-image-923" title="Nationale Interaktionsplattform" alt="Nationale Interaktionsplattform" src="http://edemokratie.ch/files/2013/01/Infrastrukturplattform.png" width="542" height="372" /></a></p>
<p>Das Fundament bilden der Bund, die Kantone und die Gemeinden. Sie alle haben ein natürliches Bedürfnis, die Bürger zu vernetzen und sich mit ihnen auszutauschen. Das erste Stockwerk dieses Hauses bilden Dialoge und freiwillige Kooperationsformen zwischen Bürger und Bürger sowie zwischen Bürger und Staat. Interaktionsformen also auf gleicher Augenhöhe. Solche Dialoge finden bereits auf Social-Media-Plattformen wie <a href="http://www.twitter.com/" target="_blank">Twitter</a> und <a href="http://www.facebook.com/" target="_blank">Facebook</a> statt. Freiwillige Kooperationsformen gibt es im Ausland beispielsweise auf Plattformen wie <a href="http://www.seeclickfix.com/" target="_blank">«SeeClickFix»</a> oder <a href="http://www.fixmystreet.com/" target="_blank">«FixMyStreet»</a>.</p>
<p>Das zweite Stockwerk setzt sich aus Interaktionen zusammen, die entweder «bottom-up» vom Bürger oder «top-down» vom Staat angeregt werden. Erstere können beispielsweise E-Petitionen sein, die über eine Plattform wie <a href="https://adhocracy.de/" target="_blank">«Adhocracy»</a> eingereicht werden. Letztere können vom Staat angeregte Bürgerkonsultationen sein. In Deutschland beispielsweise wird mit den sogenannten <a href="http://www.buergerhaushalt.org/" target="_blank">Bürgerhaushalten</a> in verschiedenen Kommunen die Bevölkerung aktiv in die Planung von öffentlichen Ausgaben und Einnahmen einbezogen.</p>
<p>Das dritte Stockwerk wiederum umfasst Dialog zwischen Bürgern im Rahmen von Abstimmungen und Wahlen. Hier stellt sich die Frage, weshalb anerkannt Informationsinstrumente wie das «Abstimmungsbüchlein» online nicht mit Dialogmöglichkeit angereichert werden? Oder weshalb Wahlhilfen wie <a href="http://www.smartvote.ch/" target="_blank">«Smartvote»</a> nicht in ein solches Interaktionsportal integriert werden?</p>
<p>Das Dach des Hauses schliesslich bilden sogenannte Metadialoge zwischen Bürger und Staat (z.B. in einem Blog). In diesen Dialogen kann gemeinsam darüber diskutiert werden, wie sich die schweizerische Demokratie und die Bürgerrechte in der Netzwerkgesellschaft weiterentwickeln sollen. Brisante Fragen gilt es auch zu diskutieren mit Blick auf eine übergreifende Governance (Anonymität vs. Klarnamen, Dialogkultur, Datenschutz, Privatsphäre, etc.). Braucht es eine solche Governance für die nationale Interaktionsplattform? Wenn ja, wie sollte sie aussehen? Diese Diskussion müssen Bürger und Staat gemeinsam führen!</p>
<h2>Offene Fragen</h2>
<p>Der von mir in die Diskussion eingebrachte Vorschlag einer nationalen Interaktionsplattform, die Bund, Kantone und Gemeinden mit entsprechenden Services versorgt, hat zu zwei zentralen Kritikpunkten geführt, nämlich:</p>
<ul>
<li>Ist es die Aufgabe des Staates, in der digitalen Öffentlichkeit eine Infrastruktur für politische Dialoge und für die freiwillige Zusammenarbeit zur Verfügung zu stellen?</li>
<li>Kann der bestehende Informationsauftrag des Staates in diesem Sinne auch als Kommunikationsauftrag interpretiert werden?</li>
</ul>
<p>Was ist Ihre Meinung zur nationalen Interaktionsplattform und zu den aufgeworfenen Fragen?</p>
<h2>Nachtrag</h2>
<p>Micah Daigle an der Lift 2013 zum Thema «Upgrade Democracy».<br />
<iframe src="http://new.livestream.com/accounts/2619102/events/1826081/videos/11052421/player?autoPlay=false&amp;height=252&amp;mute=false&amp;width=480" height="252" width="480" frameborder="0" scrolling="no"></iframe></p>
<h2>Weiterführend</h2>
<ul>
<li><a href="http://www.xpolitics.de/2013/01/24/update-software-anbieter-digitaler-burgerbeteiligung/" target="_blank">Software-Anbieter digitaler Bürgerbeteiligung</a> xpolitics.de</li>
</ul>
<h2>Bildquelle</h2>
<ul>
<li><a href="http://www.ch.ch/" target="_blank">www.ch.ch</a></li>
</ul>
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		</item>
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		<title>Mitmachplattform für Minder-Initiative</title>
		<link>http://edemokratie.ch/mitmachplattform-minder-initiative/</link>
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		<pubDate>Mon, 10 Dec 2012 13:40:38 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Christian Michael Schenkel</dc:creator>
				<category><![CDATA[Politik mit dem Netz]]></category>
		<category><![CDATA[Crowdfunding]]></category>
		<category><![CDATA[Crowdsourcing]]></category>
		<category><![CDATA[Minder-Initiative]]></category>
		<category><![CDATA[Volksinitiative]]></category>

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		<description><![CDATA[<p>Am 3. März 2013 stimmen die Schweizerinnen und Schweizer u.a. über die Volksinitiative «gegen die Abzockerei» ab. Derzeit beschleunigt sich der öffentliche Meinungsbildungsprozess zusehends. Dabei gehen die Befürworter der Initiative mit Blick auf Partizipation und Transparenz im Internet ganz neue Wege.</p> <p>Im November 2012 hat sich der Verein «Volk gegen Abzockerei» mit dem Ziel konstituiert, [...]]]></description>
				<content:encoded><![CDATA[<p><strong><a href="http://edemokratie.ch/files/2012/12/superbonus2013.jpg"><img class="alignleft size-medium wp-image-898" title="www.superbonus2013.ch" alt="www.superbonus2013.ch" src="http://edemokratie.ch/files/2012/12/superbonus2013-300x283.jpg" width="300" height="283" /></a>Am 3. März 2013 stimmen die Schweizerinnen und Schweizer u.a. über die Volksinitiative <a href="http://www.parlament.ch/d/wahlen-abstimmungen/volksabstimmungen/volksabstimmungen-2013/abstimmung-2013-03-03/abzockerei/Seiten/default.aspx" target="_blank">«gegen die Abzockerei»</a> ab. Derzeit beschleunigt sich der öffentliche Meinungsbildungsprozess zusehends. Dabei gehen die Befürworter der Initiative mit Blick auf Partizipation und Transparenz im Internet ganz neue Wege.</strong></p>
<p>Im November 2012 hat sich der Verein «Volk gegen Abzockerei» mit dem Ziel konstituiert, im kommenden März der sogenannten Minder-Initiative zum Durchbruch zu verhelfen. Im Zentrum der Aktivitäten des Vereins steht die Mitmachplattform <a href="http://www.superbonus2013.ch/" target="_blank">«www.superbonus2013.ch»</a>, welche die Bürgerinnen und Bürger aktiv in die Kampagne miteinbeziehen will. Dabei spielen Crowdsourcing und Crowdfunding im Internet eine wesentliche Rolle.</p>
<h2>Mitmachkampagne</h2>
<p>Ganz im Sinne des <a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Crowdsourcing" target="_blank">Crowdsourcing</a> lädt der Verein die Besucher von www.superbonus2013.ch ein, selber Videos, Plakate oder Inserate für die Initiative zu erstellen und auf die Plattform hochzuladen. Die besten Einsendungen, so wird auf der Plattform versprochen, werden zu Beginn des Jahres 2013 auf öffentlichen Werbeflächen publiziert. Wobei sich die Betreiber vorbehalten, Vorschläge, die gegen «den guten Geschmack» verstossen, nicht zu veröffentlichen. Die bisher eingereichten Kampagnensujets können auf der Plattform in einer <a href="http://www.superbonus2013.ch/galerie.cfm" target="_blank">Galerie</a> eingesehen werden.</p>
<h2>Transparenz über Spenden</h2>
<p>Freilich soll die Plattform auch dem <a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Crowdfunding" target="_blank">Crowdfunding</a> dienen. Sympathisanten der Initiative können dem Verein via Einzahlungsschein, E-Banking oder SMS Geld überweisen. Eine interaktive <a href="http://www.superbonus2013.ch/spenden_karte.cfm" target="_blank">Spendekarte</a> zeigt auf, in welchem Kanton wie viel Geld in pro Kopf gespendet wurde. Wohin die Ausgaben fliessen, kann der Besucher der Mitmachplattform unter dem Menüpunkt <a href="http://www.superbonus2013.ch/spenden.cfm" target="_blank">«Finanzielle Transparenz»</a> einsehen.</p>
<h2>Dialog über Facebook und Twitter</h2>
<p>Für den Dialog mit der Bevölkerung setzt der Verein auf <a href="https://www.facebook.com/superbonus2013">Facebook</a> und <a href="https://twitter.com/superbonus2013">Twitter</a>. Wie Hansrudolf Schmid, Vorstandsmitglied des Vereins und Unternehmern in Hongkong, gegenüber der <a href="http://www.nzz.ch/aktuell/schweiz/minders-neue-mitstreiter-1.17877690" target="_blank">«Neuen Zürcher Zeitung»</a> vom 8. Dezember erklärt hat, habe sich der Verein bei der Mitmachplattform von der Obama-Kampagne inspirieren lassen.</p>
<p>Der Verein «Volk gegen Abzockerei» beschreitet in der Schweiz mit seiner Mitmachplattform neue Wege in der politischen Kampagnenführung. Es wird interessant zu beobachten sein, ob und wie sich diese Plattform bewähren wird.</p>
<h2>Bildquelle</h2>
<ul>
<li><a href="http://www.superbonus2013.ch/" target="_blank">www.superbonus2013.ch</a></li>
</ul>
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		<title>Souveränität in der Netzwerkgesellschaft</title>
		<link>http://edemokratie.ch/souveraenitaet-netzwerkgesellschaft/</link>
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		<pubDate>Sun, 18 Nov 2012 11:37:21 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Christian Michael Schenkel</dc:creator>
				<category><![CDATA[Internet und Gesellschaft]]></category>
		<category><![CDATA[Netzwerkgesellschaft]]></category>
		<category><![CDATA[Schweiz]]></category>
		<category><![CDATA[Souveränität]]></category>

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		<description><![CDATA[<p>Die Schweiz befindet sich auf dem Weg in die globale Netzwerkgesellschaft. In dieser etablieren sich neue Formen der Kommunikation und der Zusammenarbeit. Dies verändert die Bedeutung von Souveränität – für Bürger und Staat.</p> <p>Die Souveränität geht in der Schweiz vom wahl- und stimmberechtigten Teil der Bevölkerung aus. Ihn verbindet der feste Wille, die Selbstbestimmung der [...]]]></description>
				<content:encoded><![CDATA[<p><strong><img class="alignleft size-medium wp-image-887" title="Netzwerkgesellschaft" alt="Netzwerkgesellschaft" src="http://edemokratie.ch/files/2012/11/Netzwerkgesellschaft-300x190.jpg" width="300" height="190" />Die Schweiz befindet sich auf dem Weg in die globale Netzwerkgesellschaft. In dieser etablieren sich neue Formen der Kommunikation und der Zusammenarbeit. Dies verändert die Bedeutung von Souveränität – für Bürger und Staat.</strong></p>
<p>Die Souveränität geht in der Schweiz vom wahl- und stimmberechtigten Teil der Bevölkerung aus. Ihn verbindet der feste Wille, die Selbstbestimmung der Schweiz und ihrer Bürger zu maximieren beziehungsweise die Fremdbestimmung zu minimieren. Seit der Abstimmung über den Beitritt zum Europäischen Wirtschaftraum im Jahr 1992 indes herrscht Uneinigkeit über den Weg, der zur Verfolgung dieses Ziels einzuschlagen ist. Es fehlt hierzu eine Vision und Strategie. Mit dem Ende des Kalten Kriegs, der voranschreitenden Globalisierung, den Terroranschlägen vom 11. September 2001 und der jüngsten Weltwirtschaftskrise haben sich die politischen und wirtschaftlichen Rahmenbedingungen für die Schweiz verändert. Begleitet wurden diese Veränderungen von einer rasanten Revolution der Informations- und Kommunikationstechnologien. Sie durchdringen zusehends den beruflichen und privaten Alltag. Nutzten am Ende des letzten Jahrhunderts nur etwas mehr als 10 Prozent der Schweizer Bevölkerung das Internet mehrmals pro Woche, so sind es heute gut 80 Prozent. Ob stationär am Personal Computer oder unterwegs mit dem Smartphone: Die Schweizerinnen und Schweizer sind immer online und überall vernetzt. Zurzeit überschreiten wir die Schwelle von der Informations- in die Netzwerkgesellschaft. Dieser epochale Schritt wird sich nachhaltig auf die Souveränität jedes Einzelnen und auf die Schweiz als Ganzes auswirken.</p>
<h2>Neue soziale Praxen</h2>
<p>Die globale Netzwerkgesellschaft beruht auf den Netzwerken der digitalen Informations- und Kommunikationstechnologien. Diese vernetzen Menschen jenseits territorialer Grenzen und erlauben weltweite Kommunikation in Echtzeit. Zum Internet haben heute über 2 Milliarden Menschen einen mehr oder weniger freien Zugang. Das Netz der Netze hat zur Emergenz einer digitalen Öffentlichkeit geführt. In ihr setzen sich zusehends neue soziale Praxen der Kommunikation und der Arbeit durch. So erleben wir zurzeit den Übergang von der Massenkommunikation in der Informationsgesellschaft zur Massenselbstkommunikation in der Netzwerkgesellschaft. Die Nutzer digitaler Medien konsumieren nicht mehr nur, sondern produzieren immer mehr auch selbst Inhalte. Die zunehmende Popularität sozialer Medien liegt unter anderem darin, dass sie das Publizieren, Teilen, Bewerten und Kommentieren von Inhalten im Internet vereinfacht haben. Die Kommunikation in der digitalen Öffentlichkeit wird dadurch direkter, dialogischer, schneller und flüchtiger. Eine ähnliche Bewegung sehen wir im Bereich der Arbeit. Hier vollzieht sich ein Übergang von der Massenarbeit in der Informationsgesellschaft zur Massenzusammenarbeit in der Netzwerkgesellschaft. Menschen mit gleichen Interessen arbeiten in sich selbstorganisierenden Netzwerken weltweit zusammen, um gemeinsam Projekte zu realisieren. Sie tragen ihr Fachwissen zu einer frei zugänglichen Enzyklopädie zusammen oder erstellen frei nutzbare Betriebssysteme und Programme. Die Zusammenarbeit in der Netzwerkgesellschaft beruht auf Offenheit, Freiwilligkeit und einer Kultur des Teilens. Diese neuen sozialen Praxen führen dazu, dass die Organisationsform des Netzwerkes hierarchisch-bürokratische Organisationformen zusehends verdrängen. Der deutsche Unternehmensberater Peter Kruse sieht in dieser Entwicklung eine Machtverschiebung weg von den traditionellen Anbietern politischer und wirtschaftlicher Güter hin zu den Nachfragern. Mit den digitalen Informations- und Kommunikationstechnologien haben unzufriedene Bürger und Konsumenten effiziente und effektive Mittel, um sich auszutauschen, zu organisieren und selbst initiativ zu werden. In diesem Sinne können wir die Demontage des ehemaligen deutschen Verteidigungsministers Karl-Theodor zu Guttenberg in der digitalen Öffentlichkeit, die Selbstorganisation der Bürger über soziale Netzwerke und Mobiltelefone während des Arabischen Frühlings und das weltweite Aufflackern der Occupy-Bewegung durchaus als Zeichen der Zeit lesen. Die Logik der digitalen Öffentlichkeit verlangt nach mehr Transparenz und Partizipation. In der Netzwerkgesellschaft werden sich deshalb neue Formen der Mitsprache, des Mitbestimmens und des Mitgestaltens etablieren. Was heisst das für die Souveränität der Schweiz?</p>
<h2>Chance für die Schweiz</h2>
<p>Eine Antworte auf diese Frage liegt im Machtbegriff der Netzwerkgesellschaft. Der spanische Soziologe Manuel Castells beschreibt ihn anhand zweier Fähigkeiten: einerseits die Fähigkeit, ein Netzwerk zu etablieren und die daran Teilnehmenden auf ein Ziel einzuschwören; andererseits die Fähigkeit, Kooperationen mit unterschiedlichen Netzwerken einzugehen, indem gemeinsame Ziele verfolgt und wertvolle Ressourcen geteilt werden. Diese Bedeutung von Macht kann uns Schweizern so fremd nicht sein. Der Netzwerkgedanke ist uns mit dem Gründungsmythos des Rütlischwurs in die Wiege gelegt worden. In der modernen Schweiz finden wir ihn im Föderalismus, der direkten Demokratie und im Konkordanzsystem wieder. Die Pflege dezentraler Strukturen, das Recht auf Mitbestimmung und Mitentscheidung sowie das System der Machtteilung und der korporatistischen Interessenvermittlung sind Tugenden, die uns in der globalen Netzwerkgesellschaft nur zugutekommen. Die Schweiz stärkt künftig ihre Souveränität gegen innen und aussen, wenn sie zu einer nationalen und internationalen Plattform des Dialogs und der Zusammenarbeit wird. Auf ihr sollen regionale und weltweite Herausforderungen zwischen den unterschiedlichen Netzwerken aus Politik, Wirtschaft, Wissenschaft und Zivilgesellschaft systemübergreifend diskutiert und gemeinsam nach innovativen Lösungen gesucht werden. Und zwar immer nach den Prinzipien der Offenheit, Freiwilligkeit, Transparenz, Partizipation und einer Kultur des Teilens von Informationen und Daten. Anders können die komplexen Herausforderungen von morgen nicht friedlich gelöst werden.</p>
<h2>Bildquelle</h2>
<ul>
<li><a href="http://de.fotolia.com/" target="_blank"><em>© jamdesign &#8211; Fotolia.com</em></a></li>
</ul>
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		</item>
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		<title>Dritte Industrielle Revolution</title>
		<link>http://edemokratie.ch/dritte-industrielle-revolution/</link>
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		<pubDate>Thu, 04 Oct 2012 16:29:50 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Christian Michael Schenkel</dc:creator>
				<category><![CDATA[Internet und Gesellschaft]]></category>
		<category><![CDATA[Industrielle Revolution]]></category>
		<category><![CDATA[Jeremy Rifkin]]></category>
		<category><![CDATA[Nikolai Kondratjew]]></category>

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		<description><![CDATA[<p>Anfangs September wanderte ich zum Morteratschgletscher. Das mächtige Eis des volumenstärksten Gletschers der Schweizer Ostalpen hat sich in den letzten hundert Jahren über zwei Kilometer zurückgezogen. Dieser Anblick ruft mir Jeremy Rifkins Narrativ für das 21. Jahrhundert in Erinnerung. Er hat es jüngst unter dem Titel «Die dritte industrielle Revolution» publiziert.</p> <p>Nach Rifkin haben wir [...]]]></description>
				<content:encoded><![CDATA[<p><strong><a href="http://edemokratie.ch/files/2012/10/Morteratschgletscher.jpg"><img class="alignleft size-medium wp-image-866" title="Morteratschgletscher" alt="Morteratschgletscher" src="http://edemokratie.ch/files/2012/10/Morteratschgletscher-300x300.jpg" width="300" height="300" /></a>Anfangs September wanderte ich zum Morteratschgletscher. Das mächtige Eis des volumenstärksten Gletschers der Schweizer Ostalpen hat sich in den letzten hundert Jahren über zwei Kilometer zurückgezogen. Dieser Anblick ruft mir <a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Jeremy_Rifkin">Jeremy Rifkins</a> Narrativ für das 21. Jahrhundert in Erinnerung. Er hat es jüngst unter dem Titel <a href="http://www.campus.de/sachbuch/politik/Die+dritte+industrielle+Revolution.98024.html" target="_blank">«Die dritte industrielle Revolution»</a> publiziert.</strong></p>
<p>Nach Rifkin haben wir in Europa und Nordamerika in den letzten 200 Jahren zwei industrielle Revolutionen durchlebt. Angetrieben wurden sie einmal von der Erfindung der Dampfmaschine und später des Verbrennungsmotors. Als Antrieb des Automobils symbolisiert Letzterer das Zeitalter der fossilen Brennstoffe. Ihn ihm konnten in einem noch nie dagewesenen Ausmass individuelle Konsum- und Mobilitätsbedürfnisse befriedigt werden.</p>
<p>Mit der steigenden Nachfrage nach fossilen Brennstoffen – vorab in China und Indien – indes verknappt sich das Angebot zunehmend. In der Folge steigen die Preise für Erdöl und die auf der Basis dieses Rohstoffes hergestellten Konsumgüter verteuern sich. Internationale Spannungen wegen der noch vorhandenen Erdölreserven nehmen zusehends zu. Schliesslich schädigt der ungehemmte Verbrauch fossiler Brennstoffe nachweislich die Lebensgrundlagen auf der Erde. Wenn wir auf dem eingeschlagenen Pfad der Zweiten Industriellen Revolution weitergehen, dann bedeutet dies das Ende der westlichen Zivilisation.</p>
<h2>Neue Kommunikations- und Energieformen</h2>
<p>Wollen wir diesem dunklen Zukunftsszenario entgehen, braucht es nach Rifkin eine Dritte Industrielle Revolution. Sie soll während der nächsten 40 Jahre der Wirtschaft neuen Schub verleihen, die Politik erneuern und die gesellschaftlichen Verhältnisse umgestalten. Auslöser von industriellen Revolutionen, so die zentrale These von Rifkin, ist immer das Zusammentreffen einer neuen Kommunikationstechnologie mit einem neuen Energieregime.</p>
<p>Die von Dampfkraft angetriebene Erste Industrielle Revolution beispielsweise brachte die Printmassenmedien hervor. Die Dampfdruckpresse erlaubte die Herstellung von Zeitungen, Magazinen und Büchern in einem höheren Tempo und zu niedrigeren Kosten. Die von fossilen Brennstoffen befeuerte Zweite Industrielle Revolution ging einher mit der Verbreitung elektrischer Massenmedien wie Telefon, Radio und Fernsehen. Bei der Dritten Industriellen Revolution schliesslich paaren sich nach Rifkin erneuerbare Energien mit der Internettechnologie. Die Ausbreitung dieser Energieformen und Technologie soll – wie erwähnt – gut 40 Jahre dauern, hohe Investitionen auslösen und neue Arbeitsplätze schaffen.</p>
<p>Bei der Lektüre des Buches von Rifkin ist mir einiges vertraut vorgekommen. Im Anschluss an Nikolai Kondratjews <a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Kondratjew-Zyklus" target="_blank">Theorie der langen Konjunkturzyklen</a> argumentiere ich schon längere Zeit für die These, dass ein grundlegender Wandel im Gange ist, der uns in die sogenannte <a href="http://www.commonsense.ch/netzwerkgesellschaft/" target="_blank">Netzwerkgesellschaft</a> führt. Auch der russische Ökonom behauptet, dass wirtschaftliche Boomphasen typischerweise 40 bis 60 Jahre dauern. Sie werden ihm gemäss immer durch eine neue Basisinnovation (Dampfmaschine, Eisenbahn, Elektrifizierung, individuelle Mobilität usw.) ausgelöst. Eine weitere und wichtige Übereinstimmung zwischen Kondratjew und Rifik liegen in der Behauptung, dass diese Zyklen nicht nur die Wirtschaft, sondern auch die Politik und Gesellschaft nachhaltig verändern.</p>
<p>Es stellt sich also die interessante Frage, nach was für Ordnungsprinzipien sich die Wirtschaft, Politik und Gesellschaft in der Dritten Industriellen Revolution ausrichten werden.</p>
<h2>Neue Ordnungsprinzipien</h2>
<p>Die Kommunikations- und Energiesysteme der ersten beiden Industriellen Revolutionen brachten nach Rifkin zentral gesteuerte und hierarchisch-bürokratisch organisierte Organisationsformen hervor. Am Beispiel der Entwicklung der Eisenbahn zeigt der Autor auf, dass es in der Ersten Industriellen Revolution erstmals viel Kapital sowie eine grosse Organisation und Administration brauchte, um das Verlegen von Schienen über hunderte von Kilometern hinweg zu organisieren. Eine so hochkomplexe Aufgabe konnte nicht ohne eine Kommunikation funktionieren, die von oben nach unten klare Befehle erteilte. Gleiches gilt für die Erdölindustrie in der Zweiten Industriellen Revolution: «Fossile Brennstoffe – Kohle, Öl und Erdgas – sind elitäre Energien aus dem einfachen Grund, dass man sie nur an bestimmten Orten findet. Es bedarf eines erheblichen militärischen Engagements, um sich zunächst den Zugang zu ihnen und dann ihre geopolitische Verwaltung zu sichern, aber nur so vergewissert man sich ihrer Verfügbarkeit. Ausserdem bedarf es eines zentralen, hierarchischen Befehls- und Kontrollsystems sowie massiver Kapitalkonzentration, um sie aus der Erde unter die Leute zu bringen.»</p>
<p>Die Kommunikationstechnologie der Dritten Industriellen Revolution nun, das Internet, vernetzt Wirtschaft und Gesellschaft zwar weltweit, sie zeichnet sich aber auch durch einen dezentralen Charakter aus. Das Netz der Netze macht Lokales global und umgekehrt Globales lokal zugänglich. In den kommenden Jahren trifft die glokale Internettechnologie nach Rifkin auf ein neues Energieregime, das ähnlich organisiert sein wird. «Die Paarung von Internettechnologie und erneuerbaren Energien», so Rifkin, «führt zu einer Dritten Industriellen Revolution. Im 21. Jahrhundert werden Hunderte von Millionen Menschen ihre eigene grüne Energie erzeugen – in ihren Häusern, in Büros, in Fabriken – und diese mit anderen über intelligente dezentrale Stromnetze – ˂Internetze˃ – teilen. So wie die Menschen heute ihre eigenen Informationen erstellen und über das Internet mit anderen teilen.»</p>
<p>Lebten wir in den ersten beiden Industriellen Revolutionen in einer 1:n-Wirtschaft (zentral gesteuerte und hierarchisch-bürokratische Wirtschaft), so stehen wir – wie Rifkin behauptet – auf der Schwelle zu einer n:n-Wirtschaft (kollaborative Wirtschaft). Wie erwähnt, wird diese Entwicklung auch nachhaltige Auswirkungen auf Politik und Gesellschaft zeigen.</p>
<h2>Wo stehen wir heute?</h2>
<p>Ich möchte die geneigte Leserin und den geneigten Leser anregen, die aktuellen Diskurse in unserem Land vor dem Hintergrund dieser eben angestellten Überlegungen zu beobachten. Zwei Stichworte dazu sind: <a href="http://www.uvek.admin.ch/themen/energie/00672/03080/index.html?lang=de" target="_blank">Energiestrategie 2050</a> und <a href="http://edemokratie.ch/netzpolitik-schweiz/" target="_blank">Netzpolitik</a>. Und ich bleibe gespannt, wo der Morteratschgletscher in zehn Jahren stehen wird.</p>
<h2>Weiterführend</h2>
<ul>
<li><a href="http://europa.eu/rapid/press-release_IP-12-1046_en.htm?locale=en" target="_blank">&#8216;Connecting Europe&#8217; – business leaders and policy-makers strongly support the Commission&#8217;s 50 billion plan for strategic infrastructure investment in transport, energy and internet</a> Press release European Commission vom 2.10.2012</li>
</ul>
<h2>Bildquelle</h2>
<ul>
<li>Ch. Schenkel</li>
</ul>
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		<title>Netzpolitik für die Schweiz</title>
		<link>http://edemokratie.ch/netzpolitik-schweiz/</link>
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		<pubDate>Mon, 06 Aug 2012 08:33:09 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Christian Michael Schenkel</dc:creator>
				<category><![CDATA[Politik übers Netz]]></category>
		<category><![CDATA[Digitale Öffentlichkeit]]></category>
		<category><![CDATA[Grüne Partei Schweiz]]></category>
		<category><![CDATA[Netzpolitik]]></category>
		<category><![CDATA[Netzwerkgesellschaft]]></category>
		<category><![CDATA[Piratenpartei Schweiz]]></category>

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		<description><![CDATA[<p>Das Internet verändert Wirtschaft, Politik und Gesellschaft. Langsam reift diese Einsicht auch bei einer breiteren Öffentlichkeit und bei den politischen Akteuren heran. So schafft es das Netz der Netze langsam auch auf die politische Agenda. Jüngst hat die Grüne Partei der Schweiz die Eckpfeiler ihrer Netzpolitik formuliert. Was in unserem Land aber noch fehlt, ist [...]]]></description>
				<content:encoded><![CDATA[<p><strong><a href="http://edemokratie.ch/files/2012/08/Fotolia_35915858_XS_Netzpolitik_Schweiz.jpg"><img class="alignleft size-medium wp-image-839" title="Netzpolitik für die Schweiz" alt="Netzpolitik für die Schweiz" src="http://edemokratie.ch/files/2012/08/Fotolia_35915858_XS_Netzpolitik_Schweiz-300x237.jpg" width="300" height="237" /></a>Das Internet verändert Wirtschaft, Politik und Gesellschaft. Langsam reift diese Einsicht auch bei einer breiteren Öffentlichkeit und bei den politischen Akteuren heran. So schafft es das Netz der Netze langsam auch auf die politische Agenda. Jüngst hat die Grüne Partei der Schweiz die Eckpfeiler ihrer Netzpolitik formuliert. Was in unserem Land aber noch fehlt, ist ein breiter Diskurs über eine Vision für die Netzwerkgesellschaft Schweiz.</strong></p>
<p>Was von der Piratenpartei Schweiz schon länger und von der Grünen Partei der Schweiz jüngst thematisiert wird, sind zwar interessante Vorschläge, wie wir mit den Auswirkungen der Digitalisierung umgehen könnten. Diese Vorschläge stellen aber noch keine Vision dar, wie die Netzwerkgesellschaft Schweiz aussehen könnte. Eine umfassende Vision ist notwendig, weil sie Orientierung für viele netzrelevante Politikfelder bieten könnte. Doch was für Eckpunkte müsste eine solche Vision umfassen?</p>
<p>Für eine Vision Netzwerkgesellschaft Schweiz müssen wir uns vermutlich von Begriffen wie Internet, Globalisierung und Informationsgesellschaft lösen. Sie passen zwar zur Beschreibung der Entwicklung der letzten 20 Jahre. Sie taugen aber nicht für einen visionären Blick in die nahe Zukunft.</p>
<h2>Digitale Öffentlichkeit</h2>
<p>Das Internet als technische Infrastruktur für den lokalen und globalen Informationsaustausch wird auch in Zukunft relevant sein. Die digitale Öffentlichkeit indes, die sich auf dieser Infrastruktur herausbildet, gewinnt zunehmend an Bedeutung. Sie eröffnet neue Lebensräume für berufliche und private Interaktionen – unabhängig von Raum und Zeit. Der gegenseitige Austausch und die Beziehungspflege in der digitalen Öffentlichkeit kennen keine nationalen Grenzen. Die vernetzten Bürger erleben ich Echtzeit, was in ihrer Region und auf der Welt passiert. Die Nation – auch die Willensnation – als gemeinsamer Orientierungsraum bricht in der digitalen Öffentlichkeit auseinander. Wir definieren uns in Zukunft nicht über physische Grenzen und auch nicht über nationale Institutionen, sondern über gemeinsame Interessen, die wir mit Bürgern auf der ganzen Welt teilen, und über lose Kontakte, die wir auf regionaler und supranationaler Ebene pflegen. Was bedeutet das für den Nationalstaat?</p>
<h2>Offene Netzwerke</h2>
<p>Informationen sind wichtig. Nur auf Basis valider Informationen können gute Entscheide getroffen werden. Noch wichtiger sind aber Netzwerke. Das haben wir schon immer gewusst. Früher nannten wir das «Filz». Man musste nur die richtigen Leute kennen, um einen gut bezahlten Job zu erhalten, um in der Partei nach oben geschwemmt zu werden oder um da oder dort einen Vorteil zu geniessen. Die Zeit solch geschlossener Zirkel ist vorbei. Heute drängt – früher oder später – alles in die digitale Öffentlichkeit. Seilschaften in der Wirtschaft stürzen ab. Autokraten und ihre willigen Untertanen werden in die Wüste geschickt. Verkrustete und althergebrachte Strukturen verflüssigen sich. Dafür etablieren sich tragfähige Netzwerke, die auf interesselosen Verbindungen zugunsten einer gemeinsamen Sache beruhen. Wie organisiert und finanziert man vor diesem Hintergrund Politik?</p>
<h2>Macht der Masse</h2>
<p>Offene Netzwerke untergraben etablierte Hierarchien in Wirtschaft und Politik. Es findet eine Verschiebung der Macht von geschlossenen Systemen zu offenen und dynamischen Systemen statt. Kunden reklamieren lauthals in der digitalen Öffentlichkeit, wenn sie mit den versprochenen Leistungen eines Unternehmens nicht zufrieden sind. Mitarbeitende reden sichtbar ihre Arbeitgeber schlecht, wenn sie unfair behandelt werden. Bürger vernetzten sich und mobilisieren, wenn sie mit der Regierung unzufrieden sind. Die Macht verschiebt sich zunehmend zum Konsumenten von wirtschaftlichen und politischen Gütern. Können die etablierten demokratischen Prozesse bei dieser Dynamik noch mithalten?</p>
<h2>Vision Netzwerkgesellschaft Schweiz</h2>
<p>Die Herausbildung einer digitalen Öffentlichkeit, offene Netzwerke und sich langsam verschiebende Machtverhältnisse erfordern eine Netzpolitik, die mit Blick auf die politische Ordnung, auf politische Zwecke und Ziele sowie politische Prozesse neue Leitplanken für die digitale Gesellschaft des 21. Jahrhunderts formuliert. Dabei muss sich die nationalstaatliche Ordnung mit den Ordnungsstrukturen der digitalen Öffentlichkeit auseinandersetzen. Letztere werden immer mehr von internationalen Konzernen geprägt, die mit ihren Geschäftsbedingungen sensible Bereiche wie die des Urheberrechts, der Privatsphäre usw. prägen. Die Zwecke und Ziele politischen Handelns müssen vor dem Hintergrund offener Netzwerke neu überdacht werden. Erst wenn die Bürger wissen, wer im Staat mit welchen Mitteln was zu wessen Nutzen tut, sind sie fähig und bereit, interesselosen Verbindungen zugunsten einer gemeinsamen Sache einzugehen. Schliesslich müssen die demokratischen Prozesse dynamischer und flüssiger werden.</p>
<p>Vieles, was wir hier angetönt haben, ist von vielen engagierten Netzaktivisten bereits angedacht worden. So könnte sich die Schweiz bei der UNO für ein internationales Gremium einsetzen, das im Internet technische Standards setzt, Zugang zum Internet für alle und Netzneutralität durchsetzt sowie heikle Fragen im Bereich des Datenschutzes und des Urheberrechts aufgreift. Die Schweiz könnte sich so als Vorreiterin einer globalen Netzwerkgesellschaft profilieren. Auf nationaler Ebene müsst die Schweiz in der institutionalisierten Politik transparent und verständlich aufzeigen, was mit den Steuergeldern passiert. Ebenso müssten die Gelbflüsse bei Wahlen und Abstimmung offengelegt werden. Schliesslich müsste sie sich für neue Partizipationsformen auf lokaler, regionaler, nationaler und internationaler Politik stark machen.</p>
<p>Die Vision Netzwerkgesellschaft Schweiz könnte darin bestehen, möglichst viele Anschlusspunkte zu schaffen, damit die Schweiz und ihre Bürger auf der Basis transparenter Informationen und offener Netzwerke ihre eigenen Interessen optimal in die Politikgestaltung und ins gesellschaftliche Leben im Allgemeinen einbringen können. Die Vision steht für eine vernetzte Schweiz in einer vernetzten Welt.</p>
<h2>Weiterführend</h2>
<ul>
<li><a href="http://www.nzz.ch/aktuell/international/heisse-luft-in-dubai-1.17892096" target="_blank&quot;">Gescheiterte Telekom-Konferenz</a> NZZ vom 14.12.2012</li>
<li><a href="http://www.heise.de/newsticker/meldung/Netz-Konferenz-der-Linken-Plaedoyer-fuer-freie-Online-Kommunikation-1708738.html" target="_blank">Netz-Konferenz der Linken: Plädoyer für freie Online-Kommunikation</a> heise.de 15.09.2012</li>
<li><a href="http://www.woz.ch/-318b" target="_blank">Grüne PiratInnen</a> WOZ vom 13.09.2012</li>
<li><a href="http://www.blaetter.de/archiv/jahrgaenge/2012/august/vernetzt-euch" target="_blank">Vernetzt Euch! Auf dem Weg in die digitale Gesellschaft</a> blaetter.de 8/2012</li>
<li><a href="http://www.netzwoche.ch/News/2012/08/06/USA-wehrt-sich-gegen-Internet-Regulierungsplaene-der-UNO.aspx" target="_blank">USA wehrt sich gegen Internet-Regulierungspläne der UNO</a> netzwoche.ch vom 06.08.2012</li>
<li><a href="http://www.gruene.ch/web/gruene/de/news/netzpolitik.html" target="_blank">Die Eckpfeiler Grüner Netzpolitik</a> gruene.ch</li>
</ul>
<h2>Bildquelle</h2>
<ul>
<li><a href="http://de.fotolia.com/" target="_blank"><em>© Thomas Jansa &#8211; Fotolia.com</em></a></li>
</ul>
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